Teilprojekt 1

Energieoptimiertes
Wohnquartier

Auf dem Gelände der ehemaligen Cambrai-Fritsch-Kaserne und der Jefferson Siedlung wird ein neues Stadtquartier für rund 3.000 Einwohner:innen entwickelt und bebaut. Neben Wohnungen, Kindertageseinrichtungen, einem Bildungszentrum sowie einem Nahversorger soll das Quartier ebenso über Gewerbeflächen verfügen.

Der gebäudeenergetische Mindeststandard wurde bereits durch einen städtebaulichen Vertrag mit dem KfW Effizienzhaus 40 vorgegeben, wobei die verfügbaren Dachflächen für die Erzeugung von Solarenergie (vorzugsweise PV-Strom) zu nutzen sind. Auch die Wärmebereitstellung im Quartier wurde hier bereits fixiert. Ein zentrales Erdsondenfeld mit kaltem Netz wurde vorgesehen, das ein Teilgebiet mit ca. 148 Wohnungen mit Erdwärme versorgen kann und das durch Nutzung von Abwärme des lokalen Nahversorgers und aus der Gebäudekühlung regeneriert werden soll. Das übergeordnete Ziel ist die Schaffung eines weitestgehend treibhausgasneutralen Quartiers mit bezahlbarem Wohnraum.

Die Entwicklung eines solchen Quartiers mit zahlreichen Neubauten aber auch denkmalgeschützter Altbauten bietet dabei großes Potential für die Erprobung innovativer und zukunftsfähiger (Wärme- und Strom-) Versorgungskonzepte. Das Reallabor DELTA geht über die bereits im städtebaulichen Rahmenvertrag verankerten Forderungen hinaus, ergänzt Maßnahmen und optimiert die Versorgungssysteme durch die Integration weiterer erneuerbarer Energiequellen. Maßgebliches Ziel ist auch hier die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen in Herstellung, Betrieb und Rückbau der Gebäude. Durch die Überwachung, Bewertung und CO2-optimale Steuerung mit einem intelligenten Energiemanagementsystem wird die effiziente Nutzung von Energie zusätzlich gesteigert. Neben der priorisierten Einsparung von Energie im Betrieb wird auch über ressourcenschonende Bauweisen mit nachwachsenden Baustoffen bereits beim Bau CO2 eingespart. Über die verschiedenen Planungsbüros kommen unterschiedliche Holzbau- und Holz-Hybrid-Konstruktionen zum Einsatz. Zudem werden Rückbau- und Recyclingpotenziale mit eingeplant.

  • An erster Stelle stehen energieeffiziente und ressourcenschonende Gebäude, die durch einen hohen Wärmeschutz, den Einsatz ressourcenschonender und kreislaufgerechter Materialien, ein intelligentes Energiemanagement und Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung den Energiebedarf massiv reduzieren.

  • Der bleibende Energiebedarf soll aus erneuerbaren Energiequellen und vorhandenen lokalen Abwärmequellen gedeckt und Skaleneffekte durch die Quartiersstruktur ausgenutzt werden. Hierfür kommen in einem Teil der Gebäude Geothermie-Wärmepumpen, Abluft-Wärmepumpen, PV-Module, PVT-Hybridkollektoren und Abwärme aus Gewerbe und Bauteiltemperierung zum Einsatz. Der selbst erzeugte Solarstrom wird lokal für den Betrieb der elektrischen Wärmepumpen und Hilfsstromverbraucher sowie im Mieterstrommodell verwendet.

  • Das Verkehrskonzept wird im Bereich der Parkhäuser mitgedacht, indem eine Elektrifizierung des verbleibenden Individualverkehrs durch erneuerbare Stromquellen (PV) und, wenn möglich, lokal nutzbarem Gleichstrom aus Straßenbahntrassen unterstützt werden soll.

  • Die Verknüpfung innovativer Technologien und die Kopplung der Wärme-, Strom-, und Verkehrssektoren ergeben neue Geschäftsstrukturen, die durch eine Identifikation neuartiger Betreibermodelle abgefragt und validiert werden sollen.

  • Für die Verwertung des Teilprojekts 1 soll eine Übertragbarkeit der Maßnahmen mit Hilfe einer wirtschaftlichen und ökologischen Variantenanalyse für ein weiteres Quartier untersucht werden.

Teilprojektkoordination

Joscha Reber
TUDa, ISM+D

Martin Such
bauverein ag

Teilprojektteam

Tim Feiter
TUDa, TIM

Georg Franke
TUDa, IMS

Xenia Kirschstein
TUDa, ISM+D

Daniel Pfeffer
HEAG Holding

Dr.-Ing. Nils Roloff
ENTEGA

Maximilian Roth
TUDa, IMS

Vanessa Schneiker
TUDa, ISM+D

Beteiligte Unternehmen